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Sebastian Affeld

Sebastian Affeld

Im Höhenrausch

Es ist so eine Sache, mit der Höhe. Wer wie ich als sogenannter „Flachlandtiroler*in“ durchs Leben geht, für den/die fangen die Probleme am Berg (oder im Hochland, beispielsweise in den Anden) ungefähr ab 4.000 Höhenmetern an. Nicht akklimatisierte Personen können hier schon höhenkrank werden. Dabei erleidet der Körper einen permanenten Sauerstoffmangel, der unter anderem über eine schnellere Herzschlagfrequenz ausgeglichen werden muss. Mit jedem weiteren Höhen-Meter steigt die Belastung für den Körper, während im Gegenzug die Überlebenschancen sinken. Ab etwa 7.500 Metern schließlich ist die „Todeszone“ erreicht, in der ein dauerhafter Aufenthalt ohne zusätzliche Sauerstoffversorgung schlichtweg unmöglich ist. Ein Symptom der bereits erwähnten Höhenkrankheit ist dabei der – durch den Sauerstoffmangel im Körper verursachte – Höhenrausch:

Der Höhepunkt der Saison

Für die meisten Sportler gibt es ihn, diesen einen Höhepunkt der Saison, auf den mit aller Hingabe hintrainiert wird. In diesem Jahr dürften das für viele (Sportler) die Olympischen Spiele in Tokio sein; die hätten zwar eigentlich bereits im Sommer 2020 stattfinden sollen, wurden aber, wie sich herumgesprochen haben dürfte, pandemiebedingt auf diesen August verschoben. Das mag nicht allen gefallen, für dieses Editorial ist es jedoch ein Geschenk. Thematisch, versteht sich. Denn damit gelingt mir jetzt eine einigermaßen gelungene Überleitung hin zu den Märkten, schließlich haben die Kurse mit dem achten Kalenderblatt ebenfalls den Höhepunkt ihrer Saison erreicht. Wie bitte?! Nun ja, wer die SG Active Trading Webinare mit meinen sehr geschätzten Kollegen (die nächste Ausgabe findet übrigens am kommenden Mittwoch um 19.00 Uhr statt, wer dabei sein möchte, ist hiermit herzlich eingeladen und hier geht es zur Anmeldung) zuletzt verfolgt hat, der/die weiß, dass die Sache aus saisonaler Sicht jetzt einigermaßen eindeutig ist:

Comeback für Big Tech

Wir müssen reden, und zwar über Tesla. Da falle ich quasi mit der sprichwörtlichen Tür ins ebensolche Haus, doch das ist es mir wert, denn der E-Autobauer hat ein neues Kapitel seiner Erfolgsgeschichte geschrieben, beziehungsweise aufgeschlagen. Erstmals in der Unternehmenshistorie kletterte der Quartalsgewinn über magische Milliardenmarke. Die vor allem deshalb magisch ist, weil sich damit eine prima Alliteration bilden lässt. Aber Spaß beiseite – in den Monaten April, Mai und Juni steigerte der Musk-Konzern seine Gewinne mal eben um das Zehnfache, verglichen mit dem entsprechenden Vorjahresquartal. Bei den Umsätzen ging es sogar knapp 100% nach oben, hier stand ein Plus von 98% auf 12 Milliarden US-Dollar zu Buche. Das Besondere daran: anders als im vorangegangenen Quartal verdiente Tesla diesmal mit dem Verkauf seiner Fahrzeuge Geld! Rund 200.000 elektrifizierte Automobile fuhren in Q2/2021 im übertragenen Sinne vom Hof, auch das ein neuer Rekord, nämlich in der Kategorie „Stückzahl Auslieferung“. Dabei war das noch vor drei Monaten der Hauptkritikpunkt:

Alles anders

Letzte Woche war das Thema (die Geldpolitik der EZB) schon Tage zuvor gesetzt und ein Bezug zu den aktuellen Unwetterereignissen kaum gegeben, weshalb wir auf einen Verweis verzichteten. Das hat sich jetzt geändert. Nachdem die Wassermassen abgeflossen sind und das ganze Ausmaß der katastrophalen Sturzfluten sichtbar wurde, steht fest, dass in Rheinland-Pfalz, in Nordrhein-Westfalen, in der Sächsischen Schweiz und gleich bei den Kollegen um die Ecke, im Berchtesgadener Land, unzählige Menschen ihr Hab und Gut, ihre Existenzen oder sogar ihr Leben verloren haben. Die Todeszahlen sind längst dreistellig, und noch immer werden Angehörige, Freunde, Kollegen oder Nachbarn vermisst. Angesichts der verheerenden Zerstörung im Ahrtal und anderswo erscheinen die Geschehnisse an den Aktienmärkten daher nachgerade nichtig. Dabei hat sich in den vergangenen Tagen ein neuer Begriff auf dem Parkett eingeschlichen, den wir heute schon einmal genauer unter die Lupe nehmen müssen:

Inflationär

Manchmal, aber wirklich nur manchmal, geht der Volkswirt mit mir durch. So zum Beispiel bei der Meldung, dass die EZB, also die Europäische Zentralbank, ihr Inflationsziel angepasst hat. Beziehungsweise sich ein neues gesetzt hat. Bislang (genauer: seit 2003 und damit immerhin seit 18 Jahren) galt für die Währungshüter ja bekanntlich, mittelfristig eine Teuerungsrate von „unter, aber nahe zwei Prozent“ anzupeilen. Jetzt, schwuppdiwupp, sind es zwei Prozent geradeaus, wobei geringfügige Schwankungen um die Zielmarke herum nicht ausgeschlossen sind. Heißt im Klartext – die Rate kann schon auch mal über den genannten zwei Prozent liegen (die Deutsche Bundesbank erwartet übrigens zum Jahresende rund vier Prozent). Interessant klingt dabei vor allem die Begründung: „Der EZB-Rat geht davon aus, dass Preisstabilität mit einem Inflationsziel von zwei Prozent auf mittlere Sicht am besten erreicht werden kann“, und weiter:

Schöne neue Welt

Wieder was gelernt: das englische Adjektiv „brave“, das heute gemeinhin mit „tapfer“ übersetzt wird, bedeutete im 16./17. Jahrhundert (und damit zu Lebzeiten des großen William Shakespeare) noch eher „schön“ in all seinen Facetten. Einige davon sind im Englisch-Deutsch Wörterbuch von Langenscheidt aufgelistet und mit OBS für obsolet beziehungsweise veraltet gekennzeichnet. Der Zusammenhang erschließt sich jedoch erst, wenn man weiß, dass der 1932 erschienene Roman „Schöne neue Welt“ von Aldous Huxley im Original „Brave new world“ heißt und dieser Titel sich auf ein Stück von besagtem William Shakespeare („Der Sturm“) bezieht. Und richtig rund wird die Geschichte, wenn wir mit der in der Überschrift gestellten Frage direkt zum Punkt und damit zur Börse gelangen, präziser zu den Meme-Aktien. Meme was?

Zeitreise

in den vergangenen Tagen haben sich gleich mehrere Binsen-, Börsen- und sonstige Lebensweisheiten bewahrheitet. Zum Beispiel die, wonach man sich immer mindestens zweimal im Leben begegnet, wahlweise auch sieht. Je nach Lesart bedeutet dies zumeist, dass jede offene Rechnung irgendwann dann doch beglichen wird, und das bringt uns direkt zum ersten Schauplatz unserer heutigen Geschichte. Dafür müssen wir uns allerdings auf eine Zeitreise begeben, die uns direkt nach London führt, ins altehrwürdige Wembley Stadion, neben dem Maracana-Stadion in Rio de Janeiro DER Fußballtempel schlechthin. Wir schreiben den 26. Juni 1996, es läuft das EM-Viertelfinale zwischen England und Deutschland, nach 120 Spielminuten steht es 1:1 unentschieden, die Entscheidung fällt im Elfmeterschießen. Ein damals 26-jähriger englischer Verteidiger tritt als letzter Schütze der Three Lions gegen Andreas Köpke im deutschen Tor an – und der pariert den Strafstoß, England scheidet aus dem Turnier aus. Der Name des unglücklichen Schützen? Gareth Southgate, heutiger Nationalcoach der englischen Mannschaft. Womit wir direkt in die Gegenwart zurückkehren:

Scheinjustiert

Eigentlich ist meine hochgeschätzte Kollegin als durchaus wortgewandt und schlagfertig bekannt. Ja, ich würde sogar so weit gehen, ihr eine gewisse Eloquenz zu attestieren. In dieser Woche hat die Gute jedoch einen sprachlichen Bock geschossen, der für derart große Heiterkeit gesorgt hat, dass ich Sie direkt daran teilhaben lassen möchte. Stellen Sie sich daher bitte folgende Ausgangslage vor: Ein modernes und deshalb mit Scheibenbremsen ausgestattetes Mountainbike eines weltbekannten US-amerikanischen Herstellers hat einen platten Reifen, weshalb Mantel und Schlauch gewechselt werden müssen. Nicht unbedingt die Kernkompetenz meiner Kollegen, aber ohne größere Zwischenfälle erledigt. Bei der anschließenden Probefahrt stellte sich jedoch heraus, dass die bereits erwähnten Scheibenbremsen neu eingestellt werden sollten. „Feinjustiert“, meinte der Kollege. „Scheinjustiert“, verstand die Kollegin, und gab diese Anweisung auch gleich zum Besten – jede Menge Lacher garantiert. Warum ich diese Anekdote heute ausplaudere?

Fliegende Schweine

Erinnern Sie sich noch an Michael Burry? Von dem war hier vor einigen Wochen erst die Rede, und zwar im Zusammenhang mit seinem aufsehenerregenden Short-Engagement auf den E-Autobauer Tesla. Dieser Michael Burry also ist im echten Leben Hedgefonds-Manager bei seinem Unternehmen Scion Asset Management und diente im Film „The Big Short“ aus dem Jahr 2015 als Vorbild für den von Christian Bale gespielten Titelhelden. Seitdem Burry schon sehr früh (und dank seiner Short-Strategie letztlich auch sehr erfolgreich) vor dem Platzen der US-amerikanischen Immobilienblase und der anschließenden weltweiten Finanzkrise 2008/2009 warnte, gilt der Kalifornier, der morgen seinen 50. Geburtstag feiert, als Star-Investor, dessen (Markt-)Einschätzungen durchaus Gewicht haben. Entsprechend wurde über das Long-Engagement Burrys bei Gamestop berichtet, und auch der bereits erwähnte Short-Trade auf Tesla sorgte für großes mediales Interesse. Ob es der Twitter-Beitrag vom Dienstag ebenfalls in die Schlagzeilen schaffen wird? Abwarten, fest steht jedenfalls:

Zurück im Spiel

Wir sind wieder im Spiel! Wir, das bedeutet in diesem Fall Fußball-Deutschland, denn mit dem heutigen Freitag startet – ein schlappes Jahr später als geplant – die Fußball-Europameisterschaft 2020. Oder eben 2021, wenn Sie so wollen. Geschuldet war beziehungsweise ist die Verschiebung, wie könnte es anders sein, der Corona-Pandemie, die ein Fußballfest im vergangenen Sommer schlichtweg unmöglich machte. Ob die Veranstaltung in diesem Jahr eine gute Idee ist, wird sich am Ende des Tages (oder besser: an jenem des Sommers) zeigen, zumindest die Signalwirkung ist jedoch unmissverständlich. Denn da ist es endlich, das berühmte und neuerdings so viel zitierte „Licht am Ende des Tunnels“. Was vielleicht auch ein bisschen daran liegt, dass – anders als beispielweise in Großbritannien – die zuerst in Indien entdeckte „Delta“-Variante des Coronavirus in Deutschland bislang noch kaum vertreten ist. Und die Fallzahlen damit – ebenfalls anders als beispielsweise im Vereinigten Königreich – hierzulande weiter sinken. Ob das so bleibt, muss sich gleichermaßen am Ende dieses Sommers zeigen; Stand heute steht zumindest fest:

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