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Sebastian Affeld

Sebastian Affeld

Unter die Räder

Letztens hatten wir „neue Verkaufssignale“ avisiert, und tatsächlich sind die Aktienmärkte (aber nicht nur die) in den zurückliegenden Sitzungen ordentlich unter die Räder gekommen. Für DAX und Dow Jones ging es gleich mehrfach auf neue Jahrestiefs, ersterer rutschte dabei zwischenzeitlich sogar unter die 12.000er-Marke ab, während der Zweitgenannte die 30.000er-Schwelle deutlich hinter (oder besser, weil treffender: unter) sich ließ. Deutliche Preisrückgänge waren auch beim Rohöl zu verzeichnen, das – wir sprechen von der Nordseesorte Brent – in Richtung der 80-Dollar-Marke zurückfiel und damit das Niveau von Mitte Januar erreichte. Abwärts ging es ebenfalls beim Goldpreis, der auf ein neues Zwei-Jahres-Tief bei 1.614 USD abschmierte. Aber

Neue Verkaufssignale

als Volkswirt (und auch sonst) bin ich ja eher Rea- denn Royalist, und dennoch wirkten die Bilder, die am Montag aus London um die Welt gingen, an der ein oder anderen Stelle beeindruckend. Jahrhundertealte Uniformen und Traditionen ließen für einen Moment eine längst untergegangene Epoche wiederauferstehen. Apropos „wiederauferstehen“, und damit kommen wir direkt zum eigentlichen Thema dieser Market Mover-Ausgabe – das gilt auch für die Zins- und Rezessionsängste, denn die waren zur Wochenmitte auch alle ganz plötzlich wieder da. Nachdem die Fed den Leitzins (wie erwartet) um weitere 75 Basispunkte erhöht und dabei auch gleich die Wachstumsprognose für das US-BIP im laufenden Jahr (nur noch 0,2% statt der im Juni prognostizierten 1,7%) kassiert hatte, drehten die Aktienmärkte nach unten ab. Im Detail:

Weiterhin hochvolatil

auch in dieser Woche haben sich die Aktienmärkte von ihrer derzeit hochvolatilen Seite gezeigt. Während es am Freitag und Montag noch deutlich nach oben ging – eine dieser zuletzt so typischen Erholungsversuche innerhalb der weiterhin intakten Abwärtstrends –, fielen die Notierungen am Dienstag und Mittwoch wieder wie ein Stein nach unten. Auslöser für den Rücksetzer waren diesmal die US-Inflationszahlen, deren Anstieg im August statt der erwarteten 8,1% auf 8,3% kletterte, im Vergleich zum Vorjahresmonat. Das, so die prompten Befürchtungen der Marktteilnehmer, könnte die Fed am kommenden Mittwoch dazu bewegen, noch ein Stückchen kräftiger an der Zinsschraube zu drehen, als ohnehin schon (75 Basispunkte werden angenommen) kolportiert. Für den DAX ging es entsprechend erst auf und anschließend ab:

Energie in der Krise

Willkommen in der Krise! In der Energiekrise, um genau zu sein, denn diese war – beziehungsweise ist – in dieser Woche so etwas wie der Market Mover derselben. Wohin der suchende Blick auch geht, überall lauert die bereits Erwähnte, der beispielsweise das Portal tagesschau.de eine ganze Themenseite widmet. Die neu installierte Premierministerin Liz Truss musste in ihrer ersten Befragung im Parlament ebenfalls zum Thema Stellung beziehen, ebenso wie der deutsche Bundeskanzler, der in den zurückliegenden Tagen gleichfalls parlamentarisch gefragt war und der vor allem Antworten zum dritten Entlastungspaket der Ampel-Koalition liefern sollte beziehungsweise musste. Die EU-Kommission mit Präsidentin von der Leyen an der Spitze holte dagegen gleich zum ganz großen Wurf aus und forderte einen Preisdeckel für russisches Gas. Der Hintergrund:

Jackson Hole again

Eigentlich hatte ich ja gehofft, in diesem Jahr drum herumzukommen, um die Geschichte von der ziemlich erfolgreichen Girlband Atomic Kitten, die Anfang der Nullerjahre mit dem Titel „Whole Again“ ihren wohl größten Hit feierten. Der wiederum feiert alle Jahre wieder Ende August in der Prime Quants Redaktion ein fröhliches Revival, denn passend zum Notenbanker-Treffen in Jackson Hole trällern die Kollegen… Sie wissen schon. Dass ich das heute überhaupt dann doch erwähnen muss, ist Fed-Chef Jerome Powell geschuldet; der hielt am vergangenen Freitag in besagtem Jackson Hole nämlich eine Rede, die die Kurse bis weit, sehr weit in die neue Woche hinein beeinflusste. Konkret:

Jetzt wird es ernst

Es gibt ja eine Vielzahl unterhaltsamer bayerischer (beziehungsweise süddeutscher) Redensarten. Eine meiner liebsten geht so: „Da hat der Spaß ein Loch!“. Gemeint ist damit, dass der Spaß jetzt ein Ende hat, oder auch, dass es ernst wird. Und wie es der Zufall will, gibt es an diesem Wochenende sogar einen Bezug zu einem echten Loch, wenn Sie so wollen. Die Rede ist, Sie ahnen es sicher schon, vom alljährlichen Notenbanker-Treffen in Jackson Hole (sic!). Das ansonsten recht verlassene Tal im US-Bundesstaat Wyoming ist seit Donnerstag Schauplatz des „Jackson Hole Economic Symposium“, wie die Veranstaltung mit vollem Namen heißt, und damit blicken vor allem die Akteure an den Aktienmärkten voller Spannung auf das, was da wohl Neues kommen mag, in Sachen Geld- und Zinspolitik. Das heißt:

Mission Impossible

Mit der heutigen Überschrift starten wir wieder einmal cineastisch. Dabei kommen die nächsten beiden Teile der gleichnamigen Filmreihe – eine Doppelfolge mit den Nummern 7 und 8 – planmäßig erst 2023 und 2024 in die Kinos. Am Hauptdarsteller Tom Cruise kommen Cineasten allerdings schon in diesem Jahr nicht vorbei, denn mit dem Top Gun-Sequel „Maverick“ erzielte der mittlerweile 60-Jährige das bislang beste Einspielergebnis seiner Karriere. Auf einer ganz anderen „Mission Impossible“ befinden sich derzeit die Aktienmärkte, denn da versuchen DAX, Dow Jones und Co sich weiterhin an einer Erholung beziehungsweise Sommerrallye – und das, obwohl das Marktumfeld unverändert angespannt beziehungsweise kritisch bleibt. Mit Blick auf den deutschen Leitindex bedeutet das:

Trendwende oder Bärenmarktrallye? Teil II

Ist das Ding mit der Inflation und dem Bärenmarkt tatsächlich „schon durch“? Fast könnte man es meinen. Die heutige Überschrift, als Frage formuliert, bringt es auf den Punkt: was ist das eigentlich, was wir das gerade an den Märkten erleben? Ist das Ding tatsächlich „schon durch“, wie wir bereits vor zwei Wochen an dieser Stelle mutmaßten? Fast könnte man es meinen, zumal die „Das Schlimmste ist überstanden“-Fraktion in dieser Woche auch unerwarteten Rückenwind aus Übersee erhielt. Denn die Verbraucherpreise in den USA stiegen im Juli – verglichen mit dem entsprechenden Vorjahresmonat – nicht ganz so hoch, wie von den Experten angenommen. Während die Teuerungsrate im Juni noch um 9,1% zulegte, waren es im Folgemonat „nur“ 8,5% – und damit weniger als die vorher geschätzten 8,7%. Das mag nun nach Erbsenzählerei klingen, die Wirkung an den Aktienmärkten war indes eindeutig:

Trendwende oder Bärenmarkrallye?

Nachdem das erste Halbjahr 2022 dem DAX ein Minus von 19,5% einbrockte, fiel auch der Start ins zweite Semester zunächst ins Wasser. Am 5. Juli rutschten die Kurse nämlich bis auf 12.391 Punkte ab und markierten dort ein neues Jahrestief. Exakt einen Monat später sieht die Börsenwelt allerdings schon wieder ganz anders aus: 11,3% konnte der deutsche Leitindex seit dem besagten Tiefststand mittlerweile zulegen und in der Spitze am gestrigen Donnerstag bis auf 13.792 Zähler klettern. Damit fehlten dem Index nur noch zwei Pünktchen bis zum Vor-Corona-Top – also dem 2020er-Februar-Hoch bei 13.795 Punkten.

Das Ding ist durch!

Es ist nicht zu übersehen, aber das Zins-Ding ist durch! 75 Basis- oder 0,75 Prozentpunkte betrug die jüngste Zinserhöhung durch die US-Notenbank, doch die Reaktion an den Märkten blieb sehr übersichtlich, man könnte auch sagen, sie blieb aus. Stattdessen wurden die nicht-ganz-so-schlecht-wie-erwartet ausgefallenen Quartalszahlen von Microsoft, Amazon und Apple, um mal die Big Player zu nennen, mit steigenden Aktienkursen gefeiert. Nicht ganz so gut lief es dagegen für Meta Platforms, formerly known as Facebook; zum ersten Mal seit dem Börsengang im Mai 2012 musste der Konzern einen Umsatz- und Gewinnrückgang vermelden, auch wenn das zu einem großen Teil der unerwarteten Dollar-Stärke geschuldet war, schließlich drückt der starke Greenback auf etwaige Einkünfte aus dem Ausland. Folgerichtig ging es für die Aktie an der Nasdaq am gestrigen Donnerstag abwärts, wobei das bisherige Jahrestief bei 154,27 USD dem Verkaufsdruck standhalten konnte. Und:

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