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Kein Grund zur Entspannung
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Kein Grund zur Entspannung

Die Lage bleibt ernst und damit auch entsprechend angespannt. Denn die Hiobsbotschaften reißen einfach nicht ab. So gibt es beispielsweise keine Entwarnung beim Thema Gaslieferungen, das derzeit wohl größte Damoklesschwert, das über der deutschen Wirtschaft hängt. Schwer wiegt allerdings auch die allgegenwärtige Inflation, die nicht zuletzt aufgrund der brachial gestiegenen Gaspreise, siehe oben, auf den Unternehmen und den Verbrauchern lastet. Wobei vor allem Letztgenannte erst um den Jahreswechsel herum mit der vollen Härte des Preisanstiegs konfrontiert werden dürften – dann nämlich, wenn die Nachzahlungen für die Jahresabrechnungen ins Haus oder die Wohnung flattern. Bei den Erstgenannten hat sich allerdings jetzt schon eine echte Versorger-Lücke aufgetan:

Uniper in Not

Uniper, 2016 als Spin-off aus dem Energiekonzern E.ON entstanden und seit 2020 mehrheitlich im Besitz des finnischen Energieversorgers Fortum Oyj, ist nicht nur Deutschlands größter Stromversorger und Gasimporteur, sondern auch in ernsten Schwierigkeiten. So ernst, dass der Konzern aus Düsseldorf die Regierung um Hilfe gerufen hat; die deutsche, nicht die finnische, um Missverständnissen vorzubeugen. Der Bund bereitet, wenn man der brodelnden Berliner Gerüchteküche glauben darf, auch schon mal den Einstieg mittels Staatshilfen vor, bis zu 5 Milliarden Euro, so berichtete zuletzt das Handelsblatt, könnte die Bundesregierung für eine Rettung á la Lufthansa oder TUI auf den Tisch legen. Dass die Zeit für eine derartige Maßnahme (ab)läuft, hatte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck bereits am vergangenen Wochenende klargestellt:

Doppeltief im Chart?

Die Notlage bei Uniper könne sich zu einem „Lehmann-Brothers-Effekt“ auswachsen, so die Befürchtungen. Die heimischen Aktienmärkte reagierten prompt – für den deutschen Leitindex ging es am Dienstag direkt auf ein neues Jahrestief bei 12.391 Punkten. Dabei gibt es jedoch auch eine gute Nachricht, denn mit dem Tief konnte die Volumenspitze bei 12.375 erfolgreich verteidigt und als Sprungbrett für einen Rebound genutzt werden. Der schob die Blue Chips bis auf 13.019 Zähler und damit immerhin auf ein neues Wochen- respektive Juli-Hoch, so zumindest der Stand bei Redaktionsschluss um kurz nach 13.00 Uhr. Das Minimalziel auf der Oberseite ist aber der Ausbruch über die 13.000er-Schwelle per Tagesschluss, der bei 13.200/13.230 und 13.600 die nächsten Hürden folgen. Nach unten bilden die beiden Tiefpunkte bei 12.439 und 12.392 ein mögliches Doppeltief und in jedem Fall die erste Unterstützung, bevor es zum Test der 12.000er-Marke kommen könnte. Eine detaillierte DAX-Analyse (und noch viel mehr) hatten die geschätzten Kollegen am Mittwoch im SG Active-Trading dabei – wer die Veranstaltung verpasst hat, findet hier den Link zur Aufzeichnung der Veranstaltung.

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