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Auftakt nach Maß
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Auftakt nach Maß

Ihnen allen ein gutes, gesundes neues Jahr, in dessen ersten Handelstagen schon ein echtes Kursfeuerwerk abgebrannt wurde. Dazu kommen wir gleich, zunächst wollen wir aber noch einen letzten Blick zurück werfen. Schließlich war 2021 erneut kein gewöhnliches (Börsen-)Jahr. Die Corona-Pandemie mit all ihren Aus- und Nebenwirkungen machte sich – mal direkt, mal indirekt – über die gesamten zwölf Monate auf dem Parkett beziehungsweise in der Wirtschaft bemerkbar. Und zwar vorrangig mit steigenden Notierungen; neben den Aktienmärkten (DAX: +16%, Dow Jones +20%) haussierten auch die Energie- sowie die Rohstoffpreise, während die (deutschen) Blue Chips mit fast 114 Milliarden Euro ein neues Rekord-Nettoergebnis erzielten. Aber auch die Inflation (Deutschland: +5,3% im Dezember, +3,1% fürs Gesamtjahr, jeweils im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum) und die Staatsverschuldung (Deutschland: 2,5 Billionen Euro) kletterten auf neue Tops. Der Begriff „spekulativ“ erhielt 2021 ebenfalls eine neue Bedeutung:

The Game never stops

Können Sie sich noch an den Hype um die Gamestop-Aktie erinnern? Die kannten vor Jahresfrist vor allem Insider, was angesichts von Kursen um 20 US-Dollar wenig verwunderte. Doch die Papiere gerieten in den Fokus von Short-Sellern, die auf fallende Kurse spekulierten. Deren vermeintlich sichere Wette wiederum rief, vorrangig im Online-Portal Reddit, ambitionierte (Klein-)Anleger auf den Plan. Diese kauften Gamestop-Aktien, was das Zeug hielt und trieben den Preis so in der Spitze bis auf 482,95 US-Dollar – und einige Short-Seller an den Rand des Wahnsinns und/oder Ruins. Im Vergleich dazu war der jüngste Kursverlauf der Gamestop-Aktie beinahe langweilig; die Notierungen pendelten bis gestern in einer Schiebezone zwischen 160 und 140 US-Dollar, bevor die Meldung über einen möglichen Einstieg im NFT-Geschäft die Papiere nachbörslich rund 30% aufwärts katapultierte. Aufwärts ging es zunächst auch im DAX, der seine (im wahrsten Wortsinn) Jahresendrallye im neuen Jahr direkt fortsetzte und die ersten drei Handelstage 2022 weiter nach oben marschierte. Am (vorläufigen) Ende dieser Kletterpartie fehlten exakt fünf Pünktchen bis zum amtierenden Allzeithoch bei 16.290 Zählern, bevor das Fed-Protokoll die Kurse am gestrigen Donnerstag erst einmal auf Talfahrt schickte. Aber:

Weiter aufwärts

Aus charttechnischer Sicht bleibt der Aufwärtstrend trotz des aktuellen Pullbacks an die 16.000er-Marke ungebrochen. Dabei lässt sich nun sogar ein Doppeltief einzeichnen, das – den Sprung über die horizontale Eindämmungslinie bei 16.290 und auf eine neue Rekordmarke vorausgesetzt – weiteres Kurspotenzial bis etwa 17.500/17.600 Punkte möglich machen könnte. In der Gegenrichtung haben sich die Unterstützung seit der vergangenen Ausgabe des Market Mover ein gutes Stück nach oben geschoben; der erste Halt ist nun wieder an der runden 16.000er-Schwelle zu finden, bevor es einmal mehr um die Auffangzone im Bereich von 15.800 Zählern gehen würde. Beide wurden gestern bereits auf die Probe gestellt, und zwar erfolgreich. Ob der heutige Test ebenfalls erfolgreich verläuft, wird sich erst mit dem Schlusskurs heute Abend zeigen, bezüglich der Auffangzone rund um 15.800 gilt jedenfalls: Die wird nach unten von gleich zwei Trendlinien verstärkt, denn bei 15.673 verläuft derzeit der mittelfristige GD100, während die langfristige 200-Tage-Linie mittlerweile bei 15.573 Punkten und damit nur wenig tiefer zu finden ist. Klingt nach einem spannenden neuen Börsenauftakt im neuen Jahr? Absolut!

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