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Ein zauberhafter Anfang
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Ein zauberhafter Anfang

Jetzt ist es tatsächlich passiert, Merkel ist weg. Nach 16 Jahren im Kanzleramt räumte die promovierte Physikerin dasselbe und machte am Mittwoch Platz für den gewählten Nachfolger Olaf Scholz. Dabei blieb Merkel mit 5.860 Tagen im Amt lediglich neun Tage unter dem Rekordwert von Helmut Kohl (5.869 Tagen) aus dem Jahr 1998. Aus Sicht der Anleger waren die Merkel-Jahre dabei ein echter Gewinn: Als die CDU-Politikerin am 22. November 2005 als erste Frau in der Geschichte der Bundesrepublik als Regierungschefin vereidigt wurde, stand der DAX bei 5.175 Punkten. Die Kursbilanz der Kanzlerin fällt mit einem Plus von gut 10.000 Zählern also in jeden Fall positiv aus. Ob es für den Neuen und seine Ampelkoalition – auch das ein Novum in der deutschen Politik, noch nie wurde das Land von einem Dreierbündnis regiert – ähnlich geschmeidig läuft, wird die Zukunft zeigen. Der Start verlief zumindest schon mal ganz gut:

Vorteil für die Bullen

Nach dem fulminanten Kurssprung vom Dienstag – für den deutschen Leitindex ging es innerhalb eines Handelstages (und bezogen auf den Schlusskurs des Vortages) 433 Punkte nach oben. Dabei wurden gleich mehrere charttechnische Signale ausgelöst. Zum einen konnte die Kurslücke zwischen 15.540 und 15.865 Zählern (fast) vollständig geschlossen werden. Fast bedeutet nicht ganz, denn mit dem Tagestief bei 15.545 Zählern fehlten am Ende gerade einmal fünf Pünktchen zur formvollendeten Schließung. Die können wir jedoch vernachlässigen, denn durch den Eröffnungskurs bei 15.547 Punkten entstand die nächste Kurslücke, nur diesmal in der anderen Richtung, also aufwärts. Damit haben wir es nun mit einem inversen Insel-Gap zu tun, was den Notierungen neuen Spielraum auf der Oberseite ermöglichen könnte. Untermauert wird diese Annahme durch die erfolgreiche Rückeroberung der 200-Tage-Linie, die ebenfalls durch den Kursschub am Dienstag gelang. Besser könnte es nicht laufen, für die Bullen, sollte man meinen – oder?

Klares Jein

Klares Jein, denn um die – auf dem Papier und aus charttechnischer Sicht zweifellos vorhandene – Stärke jetzt in steigende Kurse und damit in eine Wiederaufnahme der Jahresendrallye 2021 umzumünzen, müssten die Notierungen auch durchstarten und die altbekannte Schiebezone mit einem Sprung über 15.800 Zähler nach oben verlassen. Im Anschluss sollte es dann zügig über die runde 16.000er-Barriere gehen, um danach das amtierende Allzeithoch bei 16.290 Punkten ins Visier nehmen zu können. Allerdings, und darauf muss weiter geachtet werden, hängen die Kurse derzeit eben in der sattsam bekannten Schiebzone fest. Dort könnte zwar einerseits die nötige Dynamik für einen Ausbruch auf der Oberseite aufgebaut werden; andererseits droht jedoch, und das erklärt wiederum das „Jein“ eingangs dieses Absatzes, ein nächster Kursrutsch. Zumindest dann, wenn sich das Seitwärtsgeschiebe nach unten auflöst. Als erste Haltestellen sind dabei der GD200 (aktuell bei 15.458) und die 15.000er-Schwelle zu nennen. Alle anderen Unterstützungen gibt es am Mittwochabend ab 19.00 Uhr im SG Active Trading Webinar, bei dem zum letzten Mal in diesem Jahr meine Kollegen Birgit Klein und Sebastian Hoffmann zu Gast sein werden und für das Sie sich hier anmelden können.

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