Print this page
  • Posted

Market Mover: Das Ende einer Erfolgsgeschichte?

Wir können die heutige Ausgabe nicht beginnen, ohne einen Blick auf den dramatischen Kursabsturz bei Wirecard zu werfen. Der bewegte gestern die Gemüter – und noch mehr die Aktie, denn für die ging es im Tief bis auf 29,90 Euro hinunter. Das entsprach einem zwischenzeitlichen Minus von über 71%, auf den Schlusskurs vom Mittwochabend bei 104,50 Euro bezogen. Und erklärte sich mit folgender Ad hoc-Meldung, die wir hier zitieren: „Wirecard AG: Veröffentlichungstermin für Jahres- und Konzernabschluss 2019 verschoben wegen Hinweisen auf Vorlage unrichtiger Saldenbestätigungen“. Den vollständigen Inhalt können Sie hier nachlesen, dpa-AFX meldete wenig später, dass der Online-Zahlungsdienstleister Strafanzeige gegen Unbekannt stellen wolle und sich als Opfer eines „gigantischen Betrugs“ sehe. Ob wir da gestern das Ende einer Erfolgsgeschichte gesehen haben, ist zwar immer noch nicht endgültig erwiesen. Fakt ist jedoch, dass der einstige Highflyer sehr tief gefallen ist, und das kann hier absolut wörtlich genommen werden. Und dass die Erfolgsgeschichte von Markus Braun bei Wirecard ihr Ende gefunden hat, ist nun auch amtlich - Braun ist heute mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. So, und war sonst noch was?

Friede, Freude, Trendwechsel

Aber ja! Denn der DAX ist (ebenso wie übrigens die Aktienindizes in New York) nach dem heftigen Fronleichnam-Rücksetzer der Vorwoche nach oben abgedreht und hat dank eines kraftvollen Kurssprungs sowohl die 12.000er-Marke als auch den nur wenig höher verlaufenden GD200 auf Anhieb zurückerobert. Damit kann der Dip nach unten aus charttechnischer Sicht als mustergültiges Pullback auf die (kleinere) Volumenspitze bei 11.500 Punkten gewertet werden, und „Volumenspitze“ ist auch gleich das Stichwort für die Kursziele auf der Oberseite. Da deckelt nun nämlich der Bremsbereich rund um 12.400 das Kursgeschehen, und das liegt exakt an der Volumenspitze mit dem meisten Volumen seit dem Finanzkrisentief 2009, die ebenda verläuft. Und die auch zwingend per Tagesschluss überboten werden muss, um wieder Raum für einen Angriff auf die 13.000er-Schwelle bzw. die Hürde bei 13.200 Punkten zu eröffnen. Unverändert zeigt sich auch die Unterseite:

Alles, was bleibt

Denn da stützt nun wieder der doppelte Halt aus 200-Tage-Linie und 12.000er-Barriere. Sollte diese Unterstützung nach unten durchbrochen werden, würden sofort die nächsten Haltestellen bei 11.800 und 11.500 aktiviert, bevor es zum Test des alten August-Tiefs bei 11.266 Punkten kommen könnte. Eine Etage tiefer wartet unverändert die 11.000er-Schwelle, und darunter würden die Unterstützung bei 10.800 sowie das 2018er-Tief bei 10.279 in den Fokus rücken. Das kommt Ihnen irgendwie bekannt vor? Richtig, hatten wir in der vergangenen Ausgabe schon so beziehungsweise so ähnlich formuliert. Bleibt mir noch, Ihnen die Aufzeichnung vom SG Active Trading Webinar ans Herz zu legen, bei dem die Kollegen Birgit Klein und Sebastian Hoffmann zu Gast waren und, wie versprochen, einen Blick über den charttechnischen Tellerrand hinaus geworfen haben.

Melden Sie sich jetzt für den Market Mover an - 100% kostenfrei, topaktuell und jederzeit abbestellbar.

© 2020