Sebastian Jonkisch

Sebastian Jonkisch

adidas - Das war knapp!

Eigentlich wollte ich diese Text nämlich mit einem flammenden Appell an bzw. gegen adidas beginnen. Sie wissen schon, Solidarität, Teamgeist, all so etwas. In Gedanken bzw. groben Zügen hatte ich mich auch schon in mittlere Rage fabuliert, nicht zuletzt unterstützt von der geschätzten Kollegin, die aus ihrer Sympathie für das Unternehmen mit den drei Streifen bis dato kaum einen Hehl gemacht hat. Und die daher ebenso konsterniert auf das Mieten-Gate der Herzogenauracher reagierte wie viele andere. Soweit ich weiß, hat sie ihr Real Madrid-Trikot dabei zwar nicht in Brand gesetzt, allerdings hat wohl nicht viel gefehlt. Doch dann das:

Nagelprobe!

in der vergangenen Ausgabe hatten wir an dieser Stelle noch den Wunsch geäußert, dass bitte alles gut werden möge. Doch die Zeiten haben sich schon wieder grundlegend geändert. Was natürlich einerseits der weiterhin extrem dynamischen Lage geschuldet ist, in der sich die Welt derzeit befindet. Andererseits zeichnet sich eine Lagerbildung ab: #stayhome ist da beispielsweise eine Fraktion, die länder- und parteiübergreifend auf den sicheren Rückzug in den eigenen vier Wänden setzt. Doch es gibt auch andere Stimmen, nämlich solche, die eine möglichst zügige, reibungslose Rückkehr zum Tagesgeschäft fordern. Back to business, Zeit ist Geld, und money makes the world go round, weiß doch jedes Kind, selbst wenn es gerade daheim am Küchentisch beschult wird. Selbstverständlich hat sich gegen dieses Lager sofort Widerstand gebildet, zum Beispiel unter dem Hashtag #DontDie4WallStreet. All das zeigt, wie groß die Verwerfungen in unserer gewohnten Welt sind. Und die Angst – oder besser Ängste, um die Gesundheit, das Leben, die Zukunft, den Job, das Depot und die Dividende. Um nur eine kleine Auswahl zu nennen. Das alles spiegelt sich auch auf dem Parkett wider:

Andrà tutto bene!

„Andrà tutto bene“, mit dieser Parole machen sich unsere italienischen Freunde*innen in diesen Tagen Mut. Und es ist ihnen, die vom Coronavirus so besonders schwer getroffen sind, zu wünschen, dass tatsächlich alles wieder gut wird. Wobei die Frage gestellt werden kann, was dieses „alles“ eigentlich umfasst. Das ist allerdings nicht unsere Aufgabe hier und heute, da beschränken wir uns wie gehabt auf die Analyse dessen, was an den Börsen in dieser Woche so vor sich gegangen ist. Das war, wie nicht anders zu erwarten, einiges gewesen. Und – auch das überrascht nicht wirklich angesichts der Krise, in der sich die Welt gerade befindet – es war auch vieles alles andere als gut. Im Detail:

Market Mover: Au weia!

Tja, was soll ich Ihnen sagen? Sie sehen ja selbst, was los ist. DAX-Punktestand aktuell 9.400 Punkte. Oder so, die Lage ist dynamisch! Passenderweise ist heute auch gleich Freitag, der 13., was dem Weltuntergangscharakter dieser Handelswoche irgendwie das Krönchen aufsetzt. Ordnen wir die Ereignisse aber zunächst in der chronologischen Reihenfolge ein: In der Nacht zu Montag kollabieren die Ölpreise, nachdem sich (in der Kurzversion) Saudi-Arabien und Russland nicht über eine Fördermengenkürzung einigen können. Die Aktienmärkte erleiden an diesem „Schwarzen Montag“ den nächsten Kursrutsch, der Handel an der Wall Street wird für 15 Minuten ausgesetzt. In der Nacht zu Donnerstag ringt sich US-Präsident Trump zu ersten Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus bzw. dessen Folgen durch und verhängt ein 30-tägiges Einreiseverbot für Europäer. Die Reaktion der Börsen folgte auf dem Fuß:

Rohöl – Der Ende des Preisverfalls oder nur eine Gegenreaktion?

Erdöl ist im freien Fall – vielleicht ist der Preis aber auch schon am Boden aufgeschlagen. Nach massiven Kurseinbrüchen konnte der Kurs von Rohöl (Brent) am Mittwoch wieder um fast 8 Prozent zulegen. Allerdings zeigen die Pfeile aktuell erneut nach unten – heißt das, die Erholung gestern war nur eine technische Gegenreaktion? Das sagt der Chart:

Market Mover: Echt jetzt?!

Der Wahnsinn geht weiter! Damit ist nicht nur das Kursgeschehen an den Börsenplätzen rund um den Globus gemeint, nein, auch die Lage hier, da und dort spitzt sich immer mehr zu. Dabei heben wir hier gar nicht erst den berühmten Zeigefinger, sondern beschränken uns auf vielsagendes Augenbrauenheben und Stirnrunzeln. Denn es ist schier Ungeheuerliches geschehen, in dieser Woche. Die US-Notenbank Fed hat den Leitzins völlig überraschend um 0,5 Prozentpunkte gesenkt. 0,5 Prozentpunkte, das hört sich erst einmal wenig an, ist in der Welt der Zinsen aber eine… Welt! Schließlich wird üblicherweise in 0,25-Prozentpunkt-Schritten gesenkt, wenn überhaupt. Kritisch daran ist das Zeichen, das die Währungshüter damit aussenden: „Seht, wir reagieren sofort, kaum dass die Märkte einen Schritt zurückmachen!“ Mit anderen Worten – der Corona-Crash zeigt weiter Wirkung. Vor allem auf, aber auch neben dem Parkett. Hier ein Überblick:

Frauen und Kinder zuerst!

Im Jahr 1852 rammte die HMS Birkenhead vor der Küste Südafrikas einen Felsen und sank. Da der Truppentransporter deutlich weniger Platz auf den Rettungsbooten als Passagiere an Bord hatte, gab Oberstleutnant Alexander Seton das Kommando „Frauen und Kinder zuerst (in die Boote, Anm. der Redaktion)!“. Seton überlebte das Unglück nicht (anders als die 25 Frauen und 31 Kinder), doch die Verhaltensregel (wenngleich schon einige Jahre früher bei anderen Ereignissen praktiziert) ist seitdem als „Birkenhead Drill“ bekannt. Warum ich das heute erzähle? Nun – mit irgendeinem Einstieg muss dieses Editorial schließlich beginnen, und da ich mich außerstande sehe, das aktuelle Marktgeschehen einigermaßen ernsthaft zu kommentieren, habe ich mich für diesen Ausflug in die Geschichte der Seenotrettung entschieden. Und so ganz ist der Bezug zum Untergang der Aktienmärkte auch nicht von der Hand zu weisen, wie ich finde. Denn:

Es bleibt spannend!

Es bleibt spannend, an den Märkten! Damit fallen wir auch direkt mit der Tür ins Haus und steigen direkt ins Thema bzw. ins Kursgeschehen ein. Das in dieser Woche vor allem von der Apple’schen Umsatzwarnung bestimmt wurde. Zumindest am Dienstag, wodurch die Aktienindizes auch erst einmal eine Rallyepause einlegten und nach unten abdrehten. Dass die Coronavirus-Epidemie in China eine ernste Bedrohung für die gesamte Weltwirtschaft darstellen könnte, zeigte auch die „adidas-Situation“ nur einen Tag später: „Die Geschäftstätigkeit in China liege seit dem chinesischen Neujahr am 25. Januar etwa 85 Prozent unter dem Vorjahresniveau“, so eine Mitteilung der Herzogenauracher am Mittwoch, weitergehende Informationen am 11. März, wenn auch die Jahreszahlen vorgelegt werden. Das heißt:

Hoch die Kurse!

Vor genau einer Woche stand geschrieben: "Das Schöne an der Börse ist: es ist alles möglich, auch das Gegenteil!" Und was sollen wir Ihnen heute sagen – stimmt! Absolut richtig! Für den DAX ging es deshalb beispielsweise in dieser Handelswoche auf ein neues Allzeithoch. Oder besser gleich mehrere, um ganz genau zu sein. Was die kürzlich aus der Taufe gehobene Theorie meiner verehrten Kollegin Klein auch ad absurdum führt, aber dafür hat sie am Mittwoch zusammen mit dem ebenfalls geschätzten Kollegen Hoffmann ein tolles Webinar im Rahmen der SG Active Trading-Webinarreihe abgeliefert, das Sie sich hier gerne noch einmal anschauen können. Absolut lohnenswert ist jetzt aber auch der Blick auf den deutschen Leitindex, denn der hätte gerade beste Chancen auf den ganz großen Durchbruch. Zumindest aus charttechnischer Sicht:

MorphoSys – Rücksetzer oder direkter Ausbruch?

Nur 50 Cent trennten die MorphoSys-Aktie heute früh von ihrem 2018er-Top, das damals den höchsten Stand seit dem Rekordhoch im Februar 2000 (!) darstellte. Damit stehen die Papiere kurz vor dem Sprung über eine bedeutende Eindämmungslinie, ein Ausbruch über diesen Widerstand könnte den Weg Richtung Allzeithoch freimachen. Allerdings haben die Kurse schon eine beeindruckende Rallye hinter sich gebracht - allein im vergangenen Monat legten die Notierungen fast 25% zu! Wie lange kann das also noch gutgehen?

Subscribe to this RSS feed

Melden Sie sich jetzt für den Market Mover an - 100% kostenfrei, topaktuell und jederzeit abbestellbar.

Hinweispflicht nach §34b WpHG: Die Prime-Quants.de-Redaktion ist in genannten Wertpapieren / Basiswerten zum Zeitpunkt des Publikmachens des Artikels eventuell investiert. Es liegt möglicherweise ein Interessenskonflikt vor. In der Regel finden Sie im Artikel selbst einen Hinweis darauf, falls dem so ist. Die in diesem Artikel enthaltenen Angaben stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

Disclaimer: Der Inhalt der Webseite ist nicht als Angebot zum Erwerb der hier oder auf weiterführenden Webseiten beschriebenen Produkte zu verstehen. Die auf der Webseite angezeigten Inhalte sind unverbindlich und dienen lediglich zu Informationszwecken. Die zur Verfügung gestellten Informationen stellen keine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung zum Erwerb der beschriebenen Produkte dar. Die Informationen zur Wertentwicklung in der Vergangenheit bieten keine Gewähr für zukünftige Erträge. Aussagen die Zukunft betreffend sind immer risikobehaftet. Die Inhalte unserer Seiten erstellten wir mit größter Sorgfalt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit Aktualität und Angemessenheit der Inhalte können wir jedoch keine Gewähr übernehmen. Als Diensteanbieter sind wir gemäß § 7 Abs.1 TMG für eigene Inhalte auf diesen Seiten nach den allgemeinen Gesetzen verantwortlich. Nach § 8 bis § 10 TMG sind wir als Diensteanbieter jedoch nicht verpflichtet, übermittelte oder gespeicherte fremde Informationen zu überwachen oder nach Umständen zu forschen, die auf eine rechtswidrige Tätigkeit hinweisen. Verpflichtungen zur Entfernung oder Sperrung der Nutzung von Informationen nach den allgemeinen Gesetzen bleiben hiervon unberührt. Eine diesbezügliche Haftung ist jedoch erst ab dem Zeitpunkt der Kenntnis einer konkreten Rechtsverletzung möglich. Bei Bekanntwerden von entsprechenden Rechtsverletzungen werden wir diese Inhalte umgehend entfernen. Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung von Prime Quants wieder und können ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Wir behalten uns das Recht vor jederzeit die Webseite teilweise oder vollständig zu verändern, den Betrieb einzuschränken oder zu beenden. Das Recht diese Bedingungen jederzeit zu ändern oder zu ergänzen wird von den Betreibern vorbehalten. Die durch die Seitenbetreiber erstellten Inhalte und Werke auf diesen Seiten unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Eine Vervielfältigung der Seiten oder ihrer Inhalte bedarf der vorherigen schriftlichen Zustimmung des Urhebers. Soweit die Inhalte auf dieser Seite nicht vom Betreiber erstellt wurden, werden die Urheberrechte Dritter beachtet. Insbesondere werden Inhalte Dritter als solche gekennzeichnet. Sollten Sie trotzdem auf eine Urheberrechtsverletzung aufmerksam werden, bitten wir um einen entsprechenden Hinweis. Bei Bekanntwerden von Rechtsverletzungen werden wir derartige Inhalte umgehend entfernen. Detaillierte Informationen können Sie hier einsehen: Disclaimer