Es geht voran

Was für eine Woche! Gerade noch haben wir uns über mangelnde Fortschritte beschwert, da geht es auch schon in die Vollen. So zum Beispiel im Weißen Haus, wo die alberne Blockade der Trump-Administration endlich aufgehoben und eine geordnete Amts- und Machtübergabe an den ordentlich gewählten Nachfolger in die Wege geleitet wurde. Halbwegs einig waren sich auch Kanzlerin und Ministerpräsident(inn)en hierzulande, die sich am Mittwoch auf eine Verlängerung und eine, nun ja, zumindest ansatzweise Verschärfung der Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie einigen konnten. Eindeutig waren auch die Umfrageergebnisse zur großen DAX-Reform, wo insgesamt 629 verschiedene Interessengruppen wie Banken, Investoren, Unternehmen etc. in den vergangenen Wochen ihre Wünsche und Ideen äußern konnten. Herausgekommen ist dabei folgendes:

Schwierige Zeiten

Mir reicht es. Allerdings, und da hat man mich in der Redaktionssitzung auch direkt noch einmal freundlich darauf hingewiesen, ist das hier ja bekanntlich immer noch kein Politikmagazin. Was es mir quasi unmöglich macht, en Detail aufzuzählen, was mir so alles reicht, zum Beispiel in Washington. Was wiederum dazu führt, dass die Einleitung im heutigen Editorial ziemlich zügig abgearbeitet werden kann und wir uns mit geradezu ungewohnter Eile direkt dem Hauptteil zuwenden können, dem Blick auf die Märkte und deren Kursverhalten in den zurückliegenden Sitzungen. Und da zeigt sich folgendes Bild:

Mensch ärgere dich nicht!

Das beliebte Brettspiel „Mensch ärgere dich nicht“ gilt wohl als einer DER Klassiker unter den deutschen Gesellschaftsspielen. Erstmals erschienen ist es vor 110 Jahren, „erfunden“ hat es, wenn man so will, der Gründer der berühmten Schmidt Spiele, Josef Friedrich Schmidt, der 1907 auf Basis alter indischer Vorbilder die heute bekannte Version entwickelte. Der Name ist dabei Programm, denn während jeder Spieler versucht, seine vier Figuren als erster nachhause zu bringen, kann einiges passieren; kommt eine gegnerische Figur aufs gleiche Feld, fliegt die eigene raus und muss von vorne beginnen – worüber sich manche mehr und andere weniger ärgern können. Wer diese Kolumne hier häufiger verfolgt, ahnt wahrscheinlich schon, dass mit dieser Einleitung eine kleine, aber feine Parallele zu den Ereignissen rund um die US-amerikanische Präsidentschaftswahl gezogen werden soll. Da heißt der Sieger nach allem, was wir wissen, nämlich Joe Biden, und der Verlierer ärgert sich. Keinen Grund zur (Achtung, Wortspiel!) Klage gibt es hingegen an den Märkten:

Bitte nicht nachmachen!

In dieser Woche gibt es gleich zwei gute Nachrichten. Die erste: Amerika hat endlich gewählt. Die zweite: Für die Börsen geht es stramm nach oben. Das ist allerdings nur eine, nämlich die Sonnenseite der Medaille. Auf der Rück- bzw. Schattenseite, und damit geht es direkt über den Großen Teich, tobt eine erbitterte Schlacht um den Wahlsieg. Denn das absolute Worst-Case-Scenario came true, die von vielen erhoffte blaue Welle, die den Republikaner Trump aus dem Weißen Haus spülen sollte, blieb aus, stattdessen liefern sich der (Noch-)Präsident und Herausforderer Joe Biden ein Kopf-an-Kopf-Rennen um jede einzelne Stimme. Das Schlimme daran:

Dieser Winter wird lang!

Um es mit den – an einer Stelle leicht abgewandelten Worten der Kanzlerin zu sagen: „Dieser Winter wird lang (hier hat Angela Merkel das Adjektiv schwer verwendet), aber er wird enden.“ Das ist gleich in mehrfacher Hinsicht richtig. Denn so oder so wird es für alle anstehenden Probleme früher oder später eine Lösung geben (müssen). Nehmen wir das erste Beispiel, den neuerlichen Pandemie-bedingten Lockdown, wenngleich der (noch) vergleichsweise light daherkommt. Zumindest auf dem Papier, wie sich das auf die Fallzahlen und unser Leben in den kommenden Wochen auswirken wird, bleibt abzuwarten. Auf den nächsten Schauplatz trifft der Begriff light dagegen von vornherein nicht zu. Denn jetzt geht der Blick über den Großen Teich:

Gegenbewegung dringend erforderlich

Am 12. Juni schrieben wir im Market Mover „noch sind sich die Experten uneins, aber gerade deshalb kann sie nicht ausgeschlossen werden, die zweite Welle. Das gilt sowohl für die Corona-Pandemie, in der die kommenden Wochen und Monate erst noch zeigen müssen, wieviel Lockerung Europa verträgt, aus epidemiologischer Sicht. Als auch, und damit kriegen wir auch sogleich die Kurve hin zu unserem eigentlichen Thema, für die Aktienmärkte. Denn da droht latent ebenfalls eine zweite (Abwärts-)Welle.“ Zumindest im ersten Punkt sind die Experten mittlerweile zur Gänze einer Meinung, denn die zweite SarsCoV2-Welle ist nicht nur da, sondern auch gerade dabei, über uns zu schwappen. Kein besonders schönes Wort, das gebe ich wohl zu, aber „…uns fortzuspülen“ fand ich auch nicht besser, zumal das einen eher negativen Ausgang der Geschichte impliziert, und soweit wollen wir heute nun wirklich noch nicht gehen. Dennoch ist die Lage „sehr ernst“, um RKI-Chef Wieler zu zitieren, und das gilt ein Stück weit auch für die Märkte:

Rot in allen Schattierungen

es ist wieder einmal soweit – das Jugendwort des Jahres ist gekürt! Nach dem 2018er-Titelträger „Ehrenmann (beziehungsweise -frau)“ – im Jahr 2019 fand wegen der Übernahme des Markennamens „Langenscheidt“ durch die Klett-Gruppe bzw. den dazugehörenden Pons-Verlag keine Abstimmung statt – geht der Preis diesmal an den Begriff „Lost“. Oder besser „lost“, als Adjektiv gilt hier üblicherweise die Kleinschreibung. Gemeint ist damit jemand, der/die im weiteren Sinn verwirrt, verpeilt oder gleich komplett ahnungslos ist, eben „lost“. Auf die Aufzählung prominenter Beispiele verzichten wir an dieser Stelle und wenden uns stattdessen, krasser Themenwechsel, der aktuellen Viruslage in unserem Land zu. Da bietet beispielsweise n-tv.de eine interaktive Deutschlandkarte an, in der die jeweiligen 7-Tage-Inzidenzen (unser Vorschlag für das Unwort des Jahres 2020!) aller Stadt- und Landkreise erfasst sind. Diese Karte färbt sich zunehmend rot, und zwar in allen Schattierungen. Womit einerseits die Überschrift erklärt und andererseits die Überleitung zu den Märkten einigermaßen geglückt wäre, denn auch da leuchtete es rot auf:

Bitte bleiben Sie ernst!

Wenn es nicht so ernst wäre, könnte man fast darüber lachen, so sehr ist der US-amerikanische Präsidentschaftswahlkampf ins Komödiantische abgeglitten. Der Präsident salutiert, untermalt von orchestralen Klängen, auf dem Balkon des Weißen Hauses und der Vize kommt mit Fliege zum Duell, wortwörtlich gemeint. Dabei sind die Protagonisten weiterhin überwiegend mit sich und ihrer Darstellung beschäftigt, das dringend anstehende nächste Konjunkturpaket wurde dagegen kurzerhand vom Chef persönlich auf einen noch näher zu bestimmenden Zeitpunkt nach der Wahl verschoben. An deren Sieg Trump jetzt, nachdem er selbst das Virus in die nicht vorhandenen Knie gezwungen hat, zumindest offiziell keinen einzigen Zweifel mehr hegt. Und die Märkte?

Man muss auch gönnen können!

Für den FC Bayern München endete am vergangenen Sonntagabend eine eindrucksvolle Serie. Mit der ersten Niederlage seit dem 7. Dezember 2019 – damals rutschten die Münchener gegen die Borussia aus Mönchengladbach mit 1:2 aus – kassierte der FCB die erste Pleite im Jahr 2020. Schon ein paar Tage später waren Kimmich & Co. jedoch wieder obenauf und entschieden den Super-Cup gegen den BVB für sich. Doch die Überleitung zu den Märkten ist dennoch gelungen, schließlich endete mit dem September auch für die Aktienindizes eine nette Serie. Fünf Monate in Folge konnten Dax und Konsorten im Gewinn beenden, bevor die Nummer 9 auf dem Kalenderblatt kurzen Prozess mit den Kursen machte. Denn:

Neue Woche, neues Glück?!

"Neue Woche, neues Glück", so dachten wir zumindest noch am frühen Montagmorgen – bevor die Märkte unter dem Verkaufsdruck nachgaben und in sich zusammenfielen. Dabei war es nicht die EINE Meldung, die den Kursen den Garaus machte, sondern eher eine Art Schwächeanfall, eine Kapitulation vor der möglichen zweiten Pandemiewelle, die angesichts rapide steigender Fallzahlen immer wahrscheinlicher wird. Oder etwa doch nicht? Schließlich versuchten sich die Märkte in den Folgetagen an einer Erholung; frei nach dem Motto „alles halb so wild“ kletterte der deutsche Leitindex vom zwischenzeitlichen Wochen- (und übrigens auch Monats-!)tief bei 12.505 Punkten wieder nach oben. Wobei die längere obere Lunte am Mittwoch (Tageshoch bei 12.831 Zählern, im Anschluss gab der DAX die zwischenzeitlichen Gewinne wieder ab) schon ahnen ließ, was am nächsten Tag folgen würde:

Melden Sie sich jetzt für den Market Mover an - 100% kostenfrei, topaktuell und jederzeit abbestellbar.

Hinweispflicht nach §34b WpHG: Die Prime-Quants.de-Redaktion ist in genannten Wertpapieren / Basiswerten zum Zeitpunkt des Publikmachens des Artikels eventuell investiert. Es liegt möglicherweise ein Interessenskonflikt vor. In der Regel finden Sie im Artikel selbst einen Hinweis darauf, falls dem so ist. Die in diesem Artikel enthaltenen Angaben stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

Disclaimer: Der Inhalt der Webseite ist nicht als Angebot zum Erwerb der hier oder auf weiterführenden Webseiten beschriebenen Produkte zu verstehen. Die auf der Webseite angezeigten Inhalte sind unverbindlich und dienen lediglich zu Informationszwecken. Die zur Verfügung gestellten Informationen stellen keine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung zum Erwerb der beschriebenen Produkte dar. Die Informationen zur Wertentwicklung in der Vergangenheit bieten keine Gewähr für zukünftige Erträge. Aussagen die Zukunft betreffend sind immer risikobehaftet. Die Inhalte unserer Seiten erstellten wir mit größter Sorgfalt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit Aktualität und Angemessenheit der Inhalte können wir jedoch keine Gewähr übernehmen. Als Diensteanbieter sind wir gemäß § 7 Abs.1 TMG für eigene Inhalte auf diesen Seiten nach den allgemeinen Gesetzen verantwortlich. Nach § 8 bis § 10 TMG sind wir als Diensteanbieter jedoch nicht verpflichtet, übermittelte oder gespeicherte fremde Informationen zu überwachen oder nach Umständen zu forschen, die auf eine rechtswidrige Tätigkeit hinweisen. Verpflichtungen zur Entfernung oder Sperrung der Nutzung von Informationen nach den allgemeinen Gesetzen bleiben hiervon unberührt. Eine diesbezügliche Haftung ist jedoch erst ab dem Zeitpunkt der Kenntnis einer konkreten Rechtsverletzung möglich. Bei Bekanntwerden von entsprechenden Rechtsverletzungen werden wir diese Inhalte umgehend entfernen. Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung von Prime Quants wieder und können ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Wir behalten uns das Recht vor jederzeit die Webseite teilweise oder vollständig zu verändern, den Betrieb einzuschränken oder zu beenden. Das Recht diese Bedingungen jederzeit zu ändern oder zu ergänzen wird von den Betreibern vorbehalten. Die durch die Seitenbetreiber erstellten Inhalte und Werke auf diesen Seiten unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Eine Vervielfältigung der Seiten oder ihrer Inhalte bedarf der vorherigen schriftlichen Zustimmung des Urhebers. Soweit die Inhalte auf dieser Seite nicht vom Betreiber erstellt wurden, werden die Urheberrechte Dritter beachtet. Insbesondere werden Inhalte Dritter als solche gekennzeichnet. Sollten Sie trotzdem auf eine Urheberrechtsverletzung aufmerksam werden, bitten wir um einen entsprechenden Hinweis. Bei Bekanntwerden von Rechtsverletzungen werden wir derartige Inhalte umgehend entfernen. Detaillierte Informationen können Sie hier einsehen: Disclaimer