Bad News!

so richtig überraschend kam die Nachricht nicht, schließlich hatten wir alle genug Zeit, uns darauf einzustellen. Dennoch glich die Meldung am gestrigen Donnerstag einem Schlag in die Magengrube: US-Präsident Trump denkt darüber nach, die Wahl im November zu verschieben. Nein, halt, das war wieder eine ganz andere Geschichte. Ich meinte eigentlich diese hier: Das deutsche BIP ist historisch und zugleich dramatisch eingebrochen. War bislang das zweite Quartal 2009 mit einem Minus von 7,9% der Spitzenreiter unter den Verlieren, sackte die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal 2020 gegenüber Q1/2020 gleich um 10,1% ab und markierte damit den größten Rückgang seit Beginn der vierteljährlichen Berechnungen vor 50 Jahren. Verheerend auch der Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum, also Q2/2019 – da beträgt das Minus sogar 11,7%. Die gesamte Pressemeldung des Statistischen Bundesamtes gibt es noch einmal hier zum Nachlesen, und aus Übersee kamen ähnlich schlechte Nachrichten:

Goldene Zeiten!

Andrea Cünnen schrieb am 21. Juli im Handelsblatt: „Größer könnten die Widersprüche kaum sein. Vor allem in den USA tobt Corona weiter, die Weltwirtschaft steckt inmitten der Rezession, die Arbeitslosenzahlen schnellen weltweit hoch. Und was machen die Börsen? Sie steigen und steigen.“ Und damit hat Frau Cünnen vollkommen recht! Denn allen Widrigkeiten zum Trotz, marschierten die Märkte zuletzt entweder auf neue Bestmarken (Nasdaq Composite) oder in Richtung ihrer bisherigen Rekordhochs (DAX) bzw. überwanden wichtige Widerstände (Dow Jones). Einzig der Goldpreis macht, was angesichts der teils dramatischen Entwicklungen an der Pandemie-Front und/oder Realwirtschaft auch zu erwarten ist und steigt – seinem Allzeithoch aus dem Jahr 2011 entgegen. Das liegt bei 1.920 US-Dollar je Unze, stammt vom 6. September des genannten Jahres 2011 und könnte heute schon Geschichte sein. Denn:

Der große Bluff?

Eigentlich ist „Der große Bluff“ eine Westernkomödie aus dem Jahr 1939, der in der fiktiven Kleinstadt Bottleneck irgendwo tief im Wilden Westen spielt. Besonders macht den Streifen die Tatsache, dass die große Marlene Dietrich, Tochter meiner ebenfalls großartigen Heimatstadt, damit ihr Comeback in Hollywood feiern konnte. Das bringt uns gleich in mehrfacher Hinsicht zum eigentlichen Thema, den Aktienmärkten. Denn auch die feierten in dieser Woche ein Comeback (zumindest an der Wall Street), scheiterten einmal mehr an einer Flaschenhals-Hürde im Chart (jedenfalls der DAX) und könnten sich am Ende als ganz großer Bluff entpuppen (zum Beispiel Tesla). Aber der Reihe nach:

Es bleibt beim Versuch!

Neue Woche, neues Glück, frei nach diesem Motto haben sich die Aktienmärkte in den zurückliegenden Sitzungen an neuen Ausbruchsversuchen…nun ja, versucht eben. Denn so richtig wollte der Funke dann doch nicht überspringen; am Montag schraubten sich die deutschen Blue Chips beispielsweise bis auf das amtierende Julihoch bei 12.843 Punkten, mehr war aber – wieder einmal – nicht drin, jedenfalls nicht bis einschließlich gestern. Da starteten die Notierungen zwar einen neuen Anlauf – getragen übrigens von den sehr guten Ergebnissen bei SAP –, doch der Kursrutsch an der Wall Street machte den Bullen direkt den nächsten Strich durch die Rechnung. Dabei lässt sich jenseits des Großen Teichs ohnehin ein mehr als zweigeteiltes Bild bestaunen. Denn die einzelnen Facetten sind recht vielfältig:

Market Mover: Mehr Krimi geht nicht!

Wer sich die gestrige Nacht beim Kultursender arte um die Ohren geschlagen hat, konnte die Folgen 1-4 der (zu Recht!) preisgekrönten ersten Staffel von „The Killing“ verfolgen, einem echten Highlight des sogenannten „Nordic Noir“, eines auch als Nordic Crime oder Scandinavian Noir bezeichneten Literatur- und Filmgenres. By the (nordic) way bzw. wer nachts lieber schläft: Alle drei Staffeln von „The Killing“ sind noch bis März in der arte Mediathek abrufbar. Zu einem echten Thriller wächst sich aber auch der Bilanzskandal um Wirecard aus. Dabei geraten mittlerweile auch die BaFin sowie der Wirtschaftsprüfer der Aschheimer, Ernst & Young oder kurz EY, unter Druck. Die Deutsche Börse will dagegen die Regeln für DAX-notierte Unternehmen verschärfen. Keine Spur gibt es hingegen weiterhin von Ex-Wirecard-Vorstand Jan Marsalek, der laut Medienberichten inzwischen per internationalem Haftbefehl gesucht wird. Mehr Krimi geht nicht? Stimmt, doch auch der DAX hat es in dieser Woche wieder richtig spannend gemacht:

Schlag ins Kontor - DAX, Wirecard

Eine weitere Woche im Jahreskreis 2020 nähert sich ihrem natürlichen Ende, und auch diesmal war allerlei Kurioses geboten. So wurde das Rettungspaket für die Lufthansa abgesegnet, womit die Airline vor der harten Sanierung in der Insolvenz gerettet werden konnte. Ob das nun gut oder schlecht ist, darüber darf weiter diskutiert werden, nicht immer führen derartige Maßnahmen ja zum gewünschten Erfolg. Der scheint auch bei Wirecard endgültig der Vergangenheit anzugehören, denn für die Aktie ging es noch einmal deutlich tiefer. Dabei dürfte der Boden nach dem jüngsten Schlag ins Kontor längst nicht erreicht sein; gerade erst hat die Bank of America, kurz BofA, als neues Kursziel einen Euro ausgegeben. Passend dazu stellte das Unternehmen (Wirecard, nicht die BofA) gestern als erster DAX-Wert überhaupt einen Antrag auf Insolvenz, die Aktie musste vorübergehend vom Handel ausgesetzt werden und fand sich anschließend bei 2,50 Euro wieder. Abwärts ging es zwischenzeitlich allerdings auch für den DAX:

Market Mover: Das Ende einer Erfolgsgeschichte?

Wir können die heutige Ausgabe nicht beginnen, ohne einen Blick auf den dramatischen Kursabsturz bei Wirecard zu werfen. Der bewegte gestern die Gemüter – und noch mehr die Aktie, denn für die ging es im Tief bis auf 29,90 Euro hinunter. Das entsprach einem zwischenzeitlichen Minus von über 71%, auf den Schlusskurs vom Mittwochabend bei 104,50 Euro bezogen. Und erklärte sich mit folgender Ad hoc-Meldung, die wir hier zitieren: „Wirecard AG: Veröffentlichungstermin für Jahres- und Konzernabschluss 2019 verschoben wegen Hinweisen auf Vorlage unrichtiger Saldenbestätigungen“. Den vollständigen Inhalt können Sie hier nachlesen, dpa-AFX meldete wenig später, dass der Online-Zahlungsdienstleister Strafanzeige gegen Unbekannt stellen wolle und sich als Opfer eines „gigantischen Betrugs“ sehe. Ob wir da gestern das Ende einer Erfolgsgeschichte gesehen haben, ist zwar immer noch nicht endgültig erwiesen. Fakt ist jedoch, dass der einstige Highflyer sehr tief gefallen ist, und das kann hier absolut wörtlich genommen werden. Und dass die Erfolgsgeschichte von Markus Braun bei Wirecard ihr Ende gefunden hat, ist nun auch amtlich - Braun ist heute mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. So, und war sonst noch was?

Market Mover: Die zweite Welle!

Noch sind sich die Experten uneins, aber gerade deshalb kann sie nicht ausgeschlossen werden, die zweite Welle. Das gilt sowohl für die Corona-Pandemie, in der die kommenden Wochen und Monate erst noch zeigen müssen, wieviel Lockerung Europa verträgt, aus epidemiologischer Sicht. Als auch, und damit kriegen wir auch sogleich die Kurve hin zu unserem eigentlichen Thema, für die Aktienmärkte. Denn da droht latent ebenfalls eine zweite (Abwärts-)Welle. Insbesondere deshalb, weil die Indizes ihre Corona-Crash-Dellen zwischenzeitlich vollständig (Nasdaq 100) oder annähernd (DAX, MDAX, Dow Jones…) ausgebügelt haben, mehren sich die Mahner, die vor dem nächsten Rückschlag warnen. Passend dazu legten die Kurse in dieser Woche auch wieder den Rückwärtsgang ein, wobei aus charttechnischer Sicht explizit am Fronleichnams-Donnerstag die ersten Alarmlampen aufleuchten. Denn:

Wirecard – Der Countdown läuft!

Der Countdown läuft, für den ehemaligen Highflyer und Anlegerliebling Wirecard. Denn in acht Tagen könnte es diesmal wirklich „Hopp oder Top“ heißen – wenn denn der Jahresabschluss 2019 endlich vorgelegt wird. Der wurde bekanntlich bereits mehrfach verschoben, und noch immer ist vollkommen offen, ob es A ein vollständiges oder B ein eingeschränktes oder gar C schlichtweg kein Testat der Wirtschaftsprüfer von EY geben wird. Beziehungsweise ob, und das wäre dann wohl Variante D, der Termin überhaupt eingehalten werden kann. Was das mit der Aktie macht? Hier die Antwort:

Lufthansa – Jetzt kaufen?

Was haben der sagenhafte Phönix und der Kranich gemeinsam? Richtig, sind beides Vögel und mit allerlei Mythen belegt. So soll der eine gelegentlich aus der eigenen Asche steigen und in neuem Glanz erstrahlen, während der andere rund um den Globus als Glücksbringer gilt. Praktischerweise hat die Deutsche Lufthansa den Kranich im Logo, aber auch die Eigenschaften eines Phönix könnten in der aktuellen Geschäftslage nicht schaden. Denn die Airline muss wieder an Höhe gewinnen, um den Corona-Crash auszubügeln. Für die Aktie ging es zuletzt jedenfalls schon mal aufwärts, aber sind die Papiere damit auch ein Kauf? Wir haben im Chart nachgeschaut:

Melden Sie sich jetzt für den Market Mover an - 100% kostenfrei, topaktuell und jederzeit abbestellbar.

Hinweispflicht nach §34b WpHG: Die Prime-Quants.de-Redaktion ist in genannten Wertpapieren / Basiswerten zum Zeitpunkt des Publikmachens des Artikels eventuell investiert. Es liegt möglicherweise ein Interessenskonflikt vor. In der Regel finden Sie im Artikel selbst einen Hinweis darauf, falls dem so ist. Die in diesem Artikel enthaltenen Angaben stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

Disclaimer: Der Inhalt der Webseite ist nicht als Angebot zum Erwerb der hier oder auf weiterführenden Webseiten beschriebenen Produkte zu verstehen. Die auf der Webseite angezeigten Inhalte sind unverbindlich und dienen lediglich zu Informationszwecken. Die zur Verfügung gestellten Informationen stellen keine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung zum Erwerb der beschriebenen Produkte dar. Die Informationen zur Wertentwicklung in der Vergangenheit bieten keine Gewähr für zukünftige Erträge. Aussagen die Zukunft betreffend sind immer risikobehaftet. Die Inhalte unserer Seiten erstellten wir mit größter Sorgfalt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit Aktualität und Angemessenheit der Inhalte können wir jedoch keine Gewähr übernehmen. Als Diensteanbieter sind wir gemäß § 7 Abs.1 TMG für eigene Inhalte auf diesen Seiten nach den allgemeinen Gesetzen verantwortlich. Nach § 8 bis § 10 TMG sind wir als Diensteanbieter jedoch nicht verpflichtet, übermittelte oder gespeicherte fremde Informationen zu überwachen oder nach Umständen zu forschen, die auf eine rechtswidrige Tätigkeit hinweisen. Verpflichtungen zur Entfernung oder Sperrung der Nutzung von Informationen nach den allgemeinen Gesetzen bleiben hiervon unberührt. Eine diesbezügliche Haftung ist jedoch erst ab dem Zeitpunkt der Kenntnis einer konkreten Rechtsverletzung möglich. Bei Bekanntwerden von entsprechenden Rechtsverletzungen werden wir diese Inhalte umgehend entfernen. Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung von Prime Quants wieder und können ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Wir behalten uns das Recht vor jederzeit die Webseite teilweise oder vollständig zu verändern, den Betrieb einzuschränken oder zu beenden. Das Recht diese Bedingungen jederzeit zu ändern oder zu ergänzen wird von den Betreibern vorbehalten. Die durch die Seitenbetreiber erstellten Inhalte und Werke auf diesen Seiten unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Eine Vervielfältigung der Seiten oder ihrer Inhalte bedarf der vorherigen schriftlichen Zustimmung des Urhebers. Soweit die Inhalte auf dieser Seite nicht vom Betreiber erstellt wurden, werden die Urheberrechte Dritter beachtet. Insbesondere werden Inhalte Dritter als solche gekennzeichnet. Sollten Sie trotzdem auf eine Urheberrechtsverletzung aufmerksam werden, bitten wir um einen entsprechenden Hinweis. Bei Bekanntwerden von Rechtsverletzungen werden wir derartige Inhalte umgehend entfernen. Detaillierte Informationen können Sie hier einsehen: Disclaimer