Bevor Sie im Archiv nachschauen und sich anschließend zu Recht beschweren – ja, diese Überschrift hatten wir im Laufe der vergangenen zehn Jahre schon einmal. Mindestens. Aber, und deshalb greife ich heute in die gute alte Überschriften-Mottenkiste, die Spannung steigt tatsächlich. Ist halt so. Und zwar politisch, wirtschaftlich sowie, so viel darf ich an dieser Stelle verraten, auch privat. Im letztgenannten Bereich warten wir auf die Geburt unseres dritten Kindes, das just an meinem runden Geburtstag in der kommenden Woche das Licht der Welt erblicken soll. Auf der politischen Bühne entscheidet sich voraussichtlich am heutigen Freitag, ob den Sondierungen der vergangenen Wochen in den kommenden Tagen ernsthafte Koalitionsverhandlungen folgen. Was eine künftige Ampelregierung aus SPD, FDP und Grünen etwas wahrscheinlicher werden ließe. Bleibt der dritte Schauplatz, womit wir zu den Märkten kommen. Hier (oder besser dort) sind es gleich mehrere Faktoren, die die Anleger in Atem halten. Zum Beispiel:
Verrannt
Das Schlag- und Reizwort Inflation leuchtet weiterhin und weithin sichtbar über dem Parkett. Dabei sind es vor allem die explodierenden Energiepreise, die dem ein oder der anderen mittlerweile die Schweißperlen auf die Stirn – und die Teuerungsraten nach oben treiben. Aber nicht nur Öl und Gas haussieren – auch für andere Rohstoffe wie Holz oder Aluminium geht es preislich derzeit nur noch in eine Richtung: aufwärts! Gleiches gilt für Vorprodukte, die für die Bau- oder Chemiebranche benötigt werden. Zement? Schwer zu bekommen. Dämmmaterialien und/oder deren Vorstufen? Kaum zu kriegen. Dazu kommen Lieferketten, die alles andere als stabil sind. Vom anhaltenden Mangel an Halbleitern, der längst nicht mehr nur die Automobilbranche betrifft, ganz zu schweigen. Die wirtschaftliche Erholung könnte damit sogar in Gefahr geraten, wie die jüngste Konjunkturprognose für Deutschland zeigt. Die Aktienmärkte ficht das alles allerdings so gar nicht an, ganz im Gegenteil:
Verrückt
Nach dem erfolgreichen Test der 200-Tage-Linie und dem anschließenden Pullback legten die heimischen Blue Chips in den vergangenen Sitzungen wieder deutlich zu. Dabei gelang die direkte Rückkehr in die vormals kursbestimmende Seitwärtsrange. Damit könnte nun sogar bereits der Startschuss für die Jahresendrallye 2021 gefallen sein. Klingt verrückt, ist aber durchaus plausibel. Dabei wäre insbesondere nach einer Rückeroberung der 15.600er-Marke (inklusive GD100, der aktuell ebenda verläuft) Platz für einen schnellen Sprint an die 16.000er-Marke, neues Allzeithoch inklusive! Falls – aber wirklich nur falls! – die Kurse jedoch von den Realitäten eingeholt werden und die Erholung in sich zusammenfällt, wäre der nächste Test der 15.000er-Schwelle (inklusive GD200 bei 15.076) ziemlich wahrscheinlich. Geht der schief, könnte es sogar bis 14.500 hinab gehen. Zumindest dann, wenn das Tief aus der Vorwoche bei 14.819 Punkten dem Verkaufsdruck nicht standhält. Noch viel mehr DAX & Co gibt es am kommenden Mittwoch ab 19.00 beim SG Active Trading-Webinar der Société Générale mit den sehr geschätzten Kollegen Birgit Klein und Sebastian Hoffmann, wer Zeit und Lust hat, ist herzlich eingeladen!
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Dipl.-Volkswirt, Full-Stack Engineer, Hobbytischler